Montessori-Pädagogik

Freiarbeit, eine vorbereitete Umgebung, die den Bedürfnissen der Kinder angepasst ist, Stille und Bewegung als selbst gewählte Phase…. - die umfassende Pädagogik Maria Montessoris hat viele Aspekte.

100 Jahre nach Begründung dieser Pädagogik hat sie nichts an Aktualität verloren sondern an Bedeutung gewonnen.

Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld, meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.

Maria Montessori

Grundgedanken der Montessori-Pädagogik

Die vorbereitete Umgebung

Maria Montessori bezeichnet mit der vorbereiteten Umgebung die Einheit von Material, Raum und Erzieher.
Alles hat seine Ordnung, ist gepflegt und vollständig und jederzeit für die Kinder erreichbar. Vielfältige Montessori-Materialien und thematisch sowie jahreszeitlich wechselnde Spiele und Materialien stehen bereit.
In dieser Umgebung kann das Kind frei entscheiden, mit wem, was und wie lange es arbeitet. So kann es individuell seinen Bedürfnissen nachgehen und sich entwickeln.
Ordnung und Ästhetik zeigen sich in allen Räumen des Kinderhauses.

Der innere Bauplan

Maria Montessori war überzeugt, dass das Kind von Anfang an Potenzialitäten in sich trägt, die es aktivieren kann. Dieser innere Bauplan gibt ihm vor, wann und mit welcher Geschwindigkeit es sich entwickeln kann. Im Kinderhaus sind Bedingungen geschaffen, die den Prozess der Selbstentfaltung unterstützen.

Der absorbierende Geist

Hiermit beschreibt Maria Montessori die besondere Geistesform des Kindes. Mit ihr saugt das Kind, ähnlich wie ein Schwamm, alle Bilder, Eindrücke und Geräusche in seiner Umgebung auf. 

Die gute vorbereitete Umgebung im Kinderhaus ermöglicht dem Kind wertvolle Erfahrungen von nachhaltiger Dauer.

Die sensiblen Phasen

Dieser Begriff definiert Phasen, in denen sich das Kind fast mühelos besondere Fähigkeiten aneignen kann. Da die sensiblen Phasen vorübergehend und nicht wiederholbar sind, ist ein späteres Lernen ungleich schwerer. So ist gute Beobachtung des Kindes gefordert, um ihm im Kinderhaus zur rechten Zeit die notwendigen Anreize und Unterstützung zu bieten.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Mit diesem Begriff beschreibt Maria Montessori ein Phänomen von großer Konzentration. Das Kind lässt sich auf eine Tätigkeit voll und ganz ein und kann sich darin verlieren. Anschließend kommt es gestärkt und zufrieden wieder daraus hervor. In dieser Polarisation können Fähigkeiten in großer Vollkommenheit erworben werden. In der ruhigen Atmosphäre des Kinderhauses sind ideale Bedingungen geschaffen, Polarisation der Aufmerksamkeit zu erleben.

Die Erzieherin / der Erzieher

Maria Montessori sieht die Erzieherin / den Erzieher als Diener und Gehilfe, nicht als Bildner und Belehrer des Kindes. Die innere Haltung des Pädagogen nimmt das Kind als Akteur seiner Entwicklung an.
Durch diesen Perspektivwechsel und genaue Beobachtungen kann die Erzieherin / der Erzieher im Kinderhaus das anbieten, was das jeweilige Kind gerade braucht.

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